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"Wie harmonisch und vor allem lebendig die Kombination von Volksmusik und Jazz sein kann, beweist Hugo Siegmeth. Die Formation mit der er in Fürstenfeld auftritt, ist so neu, dass sich noch gar kein Bandname gefunden hat. Für diese ganz besondere Premiere hatte wieder Sepp Kink (Anm: Kreisheimatpfleger FFB und langjähriger Initiator des Hoagart) die Hand im Spiel, als künstlerischer Berater. Der aus Rumänien stammende Siegmeth wollte nach eigenem Bekunden "eigentlich nichts mit Volksmusik machen" konnte sich aber letztendlich dem Reiz und der Vielfalt dieses Genres wohl nicht entziehen. Aus dem schlichten, schönen Volkslied "Almruf", der zunächst zart über Wiesen klingt, wird eine jazzige Improvisation. Siegmeth liebt die schnellen Takte, verwandelt Dreiviertel in Fünfachtel, auch den Text. Das hört sich ganz schön turbulent, aber sehr, sehr reizvoll an." – Konzertbesprechung Süddeutsche Zeitung


"Jazz and Renaissance - from Italy to Brazil
Es ist ein ungewöhnlicher Kontext, in dem man die einstige "Königin der Instrumente" hier erleben kann. Schon rein äußerlich kommt die Laute - mit Darmseiten bespannt und perfektioniert mit den technischen Möglichkeiten des vorindustriellen Zeitalters - so ganz anders daher, als das messingglänzende, kraftstrotzende Saxophon. Auch die Musik, die man mit beiden Instrumenten verbindet, könnte unterschiedlicher nicht sein. "Flow" haben der Lautenspieler Axel Wolf und Jazz-Saxophonist Hugo Siegmeth ihre gemeinsame CD genannt. Die eingespielten Stücke sind zur Hälfte Jazz-Standards; die andere Hälfte steuern Komponisten des Barock und der Renaissance bei.
Auch die Werke der alten Meister werden zur Vorlage für jazzige Improvisationen: von John Dowland, Claudio Monteverdi und Giovanni Girolamo Kapsberger geht die Reise bis zu Miles Davis, George Gershwin oder Charlie Parker. Verblüffend ist bei diesem Projekt, wie sicher sich der Alte Musik-Routinier Axel Wolf im Vokabular des Jazz zurechtfindet. Und das, obwohl er seine verschiedenen Lauteninstrumente ganz im Sinne der historischen Spielweise handhabt. Dass hier ein Instrument spielt, dass außerhalb der Alten Musik kaum zur Anwendung kommt, fällt zunächst einmal gar nicht auf, so sinnfällig ist die klangliche wie musikalische Wirkung.
Bemerkenswert ist es auch, wie Hugo Siegmeth ganz unbemüht das Kunststück vollbringt, die fragilen Töne der Laute nicht einfach an den Rand zu drängen und einfühlsam auf seinen Partner einzugehen - die Liaison der zwei ungleichen Instrumente entpuppt sich als ungemein stimmig und stimmungsvoll. Das ist Musik vom Feinsten, abseits von allen Klischeevorstellungen und Schubladen-Hören."

- BR-Klassik CD Tipp


"...Dabei erzeugt Siegmeth eine Farbgebung, wie sie derzeit kaum einem anderen Saxofonisten in Deutschland gelingt - ein plastisches, warmes, kraftvolles, eigenständiges Profil. Sein eigenwilliger Blues führt den Hörer statt an den Mississippi irgendwann ins Donaudelta, in den Banat, die Karpaten."
– Jazzthing


"Hugo Siegmeth beherrscht es, einer einzigen Vokabel eine tiefe Bedeutung einzuhauchen, sobald es sie ausspricht. Der Saxophonist erzählt mit wenigen, einfachen Worten. Er spielt mit der Chromatik, der Oktav, der Triole, gewinnt an Geschwindigkeit, zerfließt in andächtigen, weichen Tönen und es schmeckt ein bisschen wie Vanille, wenn man ihm so zuhört. Ein bisschen leicht, ein bisschen schwer, aber immer auch nach Glück. "
– Donaukurier


"Die Musik des Hugo Siegmeth Ensemble verändert zwar immer wieder Aggregatszustand, Dichte und spezifisches Gewicht in mal quecksilbrigem Fluss, mal fast zum Stillstand kommendem Verharren. Bei aller Freiheit und Offenheit verliert sie jedoch niemals ihre Struktur und ihre Klarheit, ein bilderreicher Reigen, mal bunt, quirlig, sonnig, mal meditativ, beruhigend, in sich gekehrt, immer inspirierend. "
– Jazzpodium


"Wenn klassische Musiker sich auf das Terrain des Jazz begeben, hat das oft etwas Bemühtes, Unfreies. Man zeigt jetzt mal, wie locker man auch sein kann und ist es dann eben doch nicht wirklich. Wie auch? Der klassische Musiker zeichnet sich nicht durch große Improvisationsgabe aus – jedenfalls seit ca. 150 Jahren nicht mehr. Früher gehörte die Improvisation noch zum Handwerk, heute genügt es nachschöpferisch zu sein. Doch diese Einleitung ist eigentlich schon viel zu lang, um auf eine CD aufmerksam zu machen, die eine sehr gelungene Verbindung von Jazz und klassischer Musik darstellt. „Flow“ ist ihr Titel und tatsächlich fließt es zwischen den beiden Musikern Axel Wolf (Laute) und Hugo Siegmeth (Saxophon) ganz wunderbar und inspiriert hin und her.
In zarten Girlanden umspielt Siegmeth die jazzig-barocken Akkorde von Wolfs Lautenspiel in „Flow my tears“ von John Dowland oder in „Lasciate mi morire“ von Monteverdi, und Wolf steuert auf seiner Laute gekonnt „neue Töne“ Jazz-Klassikern wie "Ornithology" von Charly Parker oder "Round Midnight" von Thelonious Monk bei. Dabei kommt es Wolf zugute, dass er in seiner Praxis der Aufführung von Barockmusik eben auch gar nicht selten improvisieren muss, weil in dieser Musik (noch) nicht alles notiert ist und der Komponist dem Interpreten Freiräume für eigene Ideen gelassen hat. Sowohl Axel Wolf als auch Hugo Siegmeth sind hervorragende und sensible Instrumentalisten und Erzmusikanten, deren Zusammentreffen man als Glücksfall bezeichnen kann. Eine wunderbar leichte und gleichzeitig tiefe CD."

- Klassikinfo.de


"Stücke von Georg Muffat hört man selten in der Unterfahrt. Oder von Bach, Händel, Ligeti und anderen klassischen Tonsetzern. Da muss schon jemand wie Hugo Siegmeth kommen und den Koryphäen der Nachbardisziplinen eine improvisierende Dimension abgewinnen. Und da der Münchner Saxofonist ein Gespür für die angemessene Balance der musikalischen Mittel hat, tappt er nicht in die Crossover-Falle sympathetischer Adaption, sondern überführt die Klangideen der anderen stimmig in seine eigenen Soundwelten.
Siegmeths Kunstgriff ist dabei die Wahl einer geeigneten gestalterischen Form, die ihre Wurzeln zwar in den europäischen Musiktradition der vergangenen Jahrhunderte hat, selbst aber aus ihrer Geschichte die nötige Offenheit mitbringt. Denn schon die höfische Passacaglia des 17. Jahrhunderts baute ihre Motive über Variationen einer wiederholten kadenzierten Bassmelodie in zumeist ungeraden Takten auf und war damit ein exzentrischer Tanz, der Komponisten inspirierte. Siegmeth übernimmt diese Arbeitsweise, führt sie als moderne Improvisation weiter und schafft es formal wie klanglich, mit dem im Umfeld der Passacaglia unüblichen Saxofon Brücken der Hörgewohnheiten zu bauen.
Der Geiger Max Grosch und der Cellist Eugen Bazijan helfen ihm dabei aus der Perspektive klassischer Tongebung, Stefan Schmid fügt am Klavier ebenso dezente wie wohl gewählte Akzente hinzu. So entwickelt sich der Passacaglia-Abend als Auftakt von Hugo Siegmeths Munich Jazz Summer Week (bis 13.8.) zu einem inspirierten Experiment der musikalischen Mauerschau, das ebenso offen wie selbstverständlich gestalterische Traditionen ergänzt."
– Konzertbesprechung Süddeutsche Zeitung


„ Momente des Molltrunkenen-
Es gibt Orte der Kindheit, die begleiten einen Menschen sein Leben lang.
"Die ersten sechs Jahre bin ich in Rumänien aufgewachsen. es war eine Zeit in der ich die Welt als heil erlebt habe, mit idyllisch schönen Erinnerungen an riesige Gärten, an die Stimmung im Dorf, in der Natur. Für mich ist das ein Heimatgefühl, etwas sehr Unmittelbares, das wenig mit Landsmannschaften oder verstaubtem Erbe zu tun hat."
Und dann fährt Hugo Siegmeth fort, über die Tradition zu sinnieren, dass sie eben auch ein Brunnen sei, aus dem man schöpfen könne, ganz ähnlich dem, was andere Inspirationsfelder wie Studium oder Reisen für einen Musiker bereit halten. Es sind Gedanken, mit denen man sich auseinandersetzen muss, will man im immer komplexer werdenden Geflecht aus persönlichem Kunstempfinden und Broterwerb, internationaler Kinkurrenz und Publikumsinteresse nicht den Überblick verlieren. Da helfen die kulturellen Wurzeln, eine eigene Linie zu finden, eine Identität, die über das Gelernte hinaus führt. „Ich höre beispielsweise häufig osteuropäische Musik. Das ist eine sehr emotionale Art, Blues zu spielen, eine farbenreiche Welt mit tänzerischem Groove und einer inspirierenden Melancholie, die ich gerne aufgreife.“
Tatsächlich finden sich die Momente des Molltrunkenen und Folkloristischen in seiner Musik, auch wenn sie nicht das einzige Zentrum sind. Denn eigentlich ist Hugo Siegmeth Jazzmusiker…
Seine aktuelles Programm „La Bordei“ führt ihn musikalisch unter anderem nach Rumänien, verknüpft Melodien seiner Kindheit und der Banater Tradition mit dem improvisierenden Impetus der jazzenden Moderne…
Es ist eine Musik, die Brücken baut von der Polka zum Postbop, vor allem aber eine, die Hugo Siegmeth am Herzen liegt. “
– Süddeutsche Zeitung


"Diese Platte (Red Onions - ACT 94432) überrascht, weil sie so unaufgeregt ist. Weil sie ein fintenreiches, undogmatisches Zusammenspiel demonstriert im Dienste einer Sache, die es dann doch wert war. Weil sie nicht beflissen ist und es nicht nötig hat, Muskelspiel vorzuführen. Weil sie sich zu einer atmosphärischen Reise in die Jazzenzyklopädie entfaltet, ihren roten Faden behält und sich zum Schlüssigen addiert. Weil das hochkontrolliert bleibt, ohne auf Spaß und Spontaneität zu verzichten. Weil es den alten Stoff tatsächlich zu etwas Neuem wendet. Selten bekommt man so dezent und sicher arrangiert den Beweis, dass zum Wohin auch ein Woher gehört.
– SONIC


"In Hugo Siegmeth lernt der Jazzbegeisterte nicht nur einen Vollblutprofi kennen, der sein Handwerk gründlich gelernt hat, sondern auch und vor allem einen außergewöhnlich eigenständigen Ideenlieferanten, der frei von Klischees und Formalismen Profil und Persönlichkeit zeigt. Seine klangfarbenreiche Dramaturgie entspringt bei aller Virtuosität einer entwaffnenden Natürlichkeit."
– BR-KLASSIK


„Unter den Cross-Over-Projekten von Jazz- und Barockmusik ist das Programm „Passacaglia“ des Münchner Jazz-Musikers Hugo Siegmeth… ein besonders schönes und bemerkenswertes ist.
Werke von Händel und Bach, von Webern oder Ligeti (diese Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts hatten sich auch mit der Passacaglia befasst) mischten sich bruchlos mit Kompositionen Hugo Siegmeths oder Stefan Schmids.
Was im Birdland geboten wurde, war einfach wunderbare Musik, anspruchsvolle Musik, seelenvolle Musik, spannende Musik, witzige Musik, kein Jazz, kein Barock - Musik, gespielt von Leuten, die erstens ihr Handwerk enorm gut verstehen, zweitens große Spielfreude ausstrahlen und denen es drittens wahrscheinlich weitgehend egal ist, welchem Genre das gerade Gespielte wohl zuzuordnen ist “
– Donaukurier


"Zum Konzertende gab es lange Ovationen. Das Hugo Siegmeth Ensemble ließ sich feiern.
Einer, dem der Applaus auch galt, konnte ihn nicht entgegennehmen: Johann Sebastian Bach. Er war an diesem Abend im voll besetzten Birdland der große anwesend Abwesende. Es darf als Sensation gelten, dass der in Rumänien geborene Wahlmünchner Siegmeth den Birdland-Keller mit seinen Klängen füllte.
Sensationell auch, welche Spitzenmusiker er mitbrachte: Dass stille Wasser – so präsentierte sich das Ensemble zunächst – tief gründen, hörte man von Beginn an. Das Programm des Hugo Siegmeth Ensemble variiert eigenwillig Formen wie Passacaglia, Chaconne und Jazz – eine Herausforderung, die Siegmeth mit seinen kongenialen Partnern Max Grosch, Zurab Chamougia und Stefan Schmid stellt.
Siegmeth ist der Analytiker unter den deutschen Jazzsaxofonisten, was ihm auch in Bachs Passacaglias zupass kommt. Siegmeth geht unbefangen an die heikle Aufgaben; mit schlankem, entschiedenem Ton, der Subtilitäten ebenso wenig ausschließt wie gelegentliche Schärfen und anmutende Virtuosität.
In der kammermusikalischen Besetzung bewegt sich das Ensemble im Spannungsfeld zwischen Barock, Jazz und zeitgenössischer Musik. Improvisationskunst auf höchstem Level und doch von entspannter gegenseitiger Einfühlung und Aufmerksamkeit "
– Donaukurier


"Verbindliche Emotionalität... Siegmeth - einem der profiliertesten, eigenständigsten Saxophonisten der deutschen Jazz-Szene - macht es hörbar Spaß ein Stück harmonisch zu verändern, aber gleichzeitig dessen Substanz zu bewahren, also die Melodie aufscheinen zu lassen.
Diese Vorgehensweise hat er bereits an Volksmusikthemen aus dem rumänischen Banat ausprobiert. Er hat dieser heimatlichen Folklore eine eigene Noten gegeben. „Das ist ein Brunnen, aus dem ich schöpfen kann, einfach emotional.
Ich spiele jedes Stück so, wie ich es gerne spiele, ich verändere das Stück so ähnlich wie ich komponiere.“
– Jazzpodium


"Diesem Quartett gelingt kollektiv eine dichte Intensität des Zusammenspiels, wie sie sonst nur - auf auskomponiertem Terrain - versiertesten klassischen Streichquartetten zu eigen ist. Mit der Präzision und Geschmeidigkeit eines Fischschwarms reagieren die vier auf jede kleinste Nuance, auf wechselnde Tempi, Taktarten, dynamische Änderungen. Das ist allerhöchste Kunst des Zusammenspiels, ergänzt durch formidablen Einfallsreichtum, Temperament, Vielfalt und immer wieder aufscheinende lyrische Qualität."
– OVB


„Siegmeths Spiel atmet eine unverkennbare Emotionalität, eine ganz spezielle Stimmung, dominiert von Farben und Temperaturempfindungen, von wohligem Kribbeln und einer seltsamen Vertrautheit.... Das klingt, als wäre es das Einfachste der Welt: Diese flimmernden Coltrane-Rubatos, der heiße Webster-Atem, die ungeraden Takte, die verzwickten Wechsel,die überfallartigen Lautverschiebungen und die radikalen Stimmungsschwankungen. Es reißt einen mit. Vielleicht ist es ja einer wie Hugo Siegmeth, der die lang erwartete neue Jazzwelle in Deutschland auslösen kann."
– Donaukurier


 "In außergewöhnlich kurzer Zeit ist Hugo Siegmeth zu einer starken Persönlichkeit herangereift, die von der Erkenntnis und mittlerweile auch vielfachen Erfahrung profitiert, dass die Freiheit des Klanggestaltens mit dem Erreichen von Präzision beginnt und nicht vorher, dass man erst durch ein Höchstmaß an handwerklichem Können zur Optimierung emotionaler Ausdrucksstärke gelangt. Seine Fähigkeit, Flexibilität und Eigenständigkeit in hohem Maße gleichzeitig anzubieten, hat Ihn schnell zu einem der gefragtesten Satzbläser und Solisten, Big Band- und Combomeistermusiker werden lassen."
– BR-KLASSIK


"Fließend lyrische Klänge dominierten das Konzert von TriOzOne. Ohne je glatt zu werden, präsentierten sich da

drei dem Wohlklang Verpflichtete. Siegmeths Kompositionen bestachen durch den gelungenen, weil organischen Einbau osteuropäischer Harmonik und Rhythmik. Bei der späten Wiederentdeckung seiner Heimat - Siegmeth stammt aus dem rumänischen Arad, kam aber bereits mit sieben Jahren nach München - dienen Fünf-Viertel-Takt oder Zigeunermoll nie als folkloristische Staffage. Er setzt sie nur als Hilfe ein, den gewünschten klangmalerischen Eindruck zu schaffen. Durchaus offen für jazzig-bluesige Improvisationen meint man da schon mal, etwa bei "Kaul", den siebenbürgischen Wald rauschen zu hören. Es kann aber auch in andere Gefilde gehen: An Griegs nordisches "Glockengeläut" etwa erinnerte gleich der Auftakt mit "Elephant and Moon".
– Süddeutsche Zeitung



"Hugo Siegmeth zählt zu den bedeutendsten Jazzmusikern Münchens und hat mit unterschiedlichen Ensembles die Jazzlandschaft Bayerns und Deutschlands geprägt. Der Saxophonist, Klarinettist und Komponist, 1970 in Arad, Rumänien geboren, lebt seit 1976 in Deutschland und seit 1989 in München. In den letzten Jahren hat er seine eigene Herangehensweise an die improvisierte Musik gefunden.

Für Hugo Siegmeth ist es selbstverständlich, klassische Musik als Ausgangspunkt für Improvisation zu nutzen.
Deshalb verbindet er in zahlreichen Projekten, zu hören auf seinen aktuellen CDs "Passacaglia" und "Flow", Jazz mit Alter Musik, Barockmusik, Klassik, Neuer Musik und traditionellen Klängen aus seiner rumänischen Heimat, und das mit größtem Fingerspitzengefühl und äußerst geschmackssicher. 
Sehr sorgfältig forscht Siegmeth und zwingt die Stile nicht effekthascherisch zusammen. In seiner Musik treffen sich die Epochen ganz harmonisch, bestechend logisch und trotzdem klanglich überraschend. Das Ideal der klassischen Musik spielgelt sich in der technischen Perfektion und der Klangschönheit wider, kombiniert mit der Spontaneität und Improvisationslust des Jazz.

Hugo Siegmeths Spiel und Ton sind von einer nahbaren und geschmeidigen Melodik gekennzeichnet. Er formuliert seine Phrasen wie ein Sänger, was den ganz persönlichen Ausdruck in seiner Musizierweise unterstreicht."

Förderpreis Musik 2015, Jurybegründungen


"When Hugo Siegmeth (born Romania, 1970) set out to pay homage to Sidney Bechet (born New Orleans, 1897), his intention was to present Bechet's music using contemporary vocabulary. The result is fascinating. To avoid any imitation of the original, he does not play soprano saxophone, Bechet's main instrument, concentrating instead on the tenor and clarinet. Some of his transformations are quite magical. Bechet's haunting 'Petite Fleur', for instance, surrounded by some fairly dissonant strings. As for 'Les Oignons', the crowd-pleaser with which Bechet usually ended his shows, it emerges as an ideal vehicle for Sonny Rollins."
–The Guardian


"Flow my tears. Fließet meine Tränen" heißt diese 400 Jahre alte Pavane des englischen Komponisten John Dowland. Und "Flow" - "Fluss, Fließen" ist auch der Titel des Albums, auf der der Lautenvirtuose Axel Wolf und der Saxophonist Hugo Siegmeth eine waghalsige Mischung aus alten Renaissancemelodien und Jazzstandards servieren, und das in völlig neuer Form. So nahmen sie auch "Ornithology" von Charlie Parker ins Programm. Lautenist Axel Wolff, versiert in verschiedenen Jazzcombos, erlebt man hier als gewandten Improvisationspartner.
"Ornithology": Charlie Parker Jazzstandard aus dem Jahr 1946. Ganz beiläufig stellt Axel Wolf dabei das vorherrschende Bild der "Laute als Barockinstrument" auf den Kopf. Und auch Saxophonist Hugo Siegmeth möchte sein Instrument von lästigen Klischees  befreien. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurde das Saxophon von vielen Kirchenmusikern wegen seines Jazzappeals und seines angeblich "dreckigen Klangs" verpönt. Vergeblich, wie sich inzwischen herausstellte. Und so bezaubert das Saxophon auch in "Chaconna", einer Komposition des italienischen Kirchenmusikers und Komponisten Tarquinio Merula.
Der Bossa-Nova-Hit "Desafinado"von Carlos Jobim und die kontrapunktisch geprägte "Toccata" von Giovanni Kapsberger haben in der Partitur kaum etwas gemeinsam. Doch spielt man sie gleichzeitig, ergänzen sie sich auf verblüffende Weise. In nur einem Stück vollziehen die beiden Virtuosen nicht nur eine musikalische Reise von Brasilien nach Italien, sondern gleichzeitig vom frühen Barock zum Jazz.
So entsteht eine fast magische Zwischenwelt, ein inspirierender Kosmos jenseits von Zeit und Ort."

- Radio Bremen CD Tipp


" Selten überschreitet eine Musik so behutsam Grenzen. Dieses Quartett des 1970 in Rumänien geborenen Münchner Saxophonisten Hugo Siegmeth klingt nach Jazz, nach Barockmusik und nach Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts. Und dabei immer nach sich selbst.
Das ist ganz und gar nicht selbstverständlich. Doch hier werden unterschiedliche Welten völlig organisch miteinander verbunden. Als hätte Bach in seiner Freizeit am liebsten Ben Webster gehört und Anton Webern mit John Coltrane die Schulbank gedrückt. Unterschiedliche Zeiten wachsen zusammen - und nichts wirkt dabei bemüht. In den zwölf Stücken dieser CD kann man schwelgen und zugleich viele tiefgründige Feinheiten entdecken. Eine ganz natürliche Klangschönheit trägt einen von Stimmung zu Stimmung.
Das Zauberwort dafür - und der Titel dieser CD: "Passacaglia". Eine Jahrhunderte alte musikalische Form ist der rote Faden für alles, was man hier hört. Pasar una calle - durch eine Gasse gehen, das meinte einst spanische Volkstänze und später ganz allgemein Stücke, in denen sich über ständig wiederholten Tonfolgen immer neue Variationen bilden. Das inspirierte Komponisten von Frescobaldi über Bach bis Schostakowitsch - und im Jazz ist es sowieso gang und gäbe, dass über gleichbleibenden Bassläufen Improvisationen auf und davon fliegen. Der Jazzmusiker Hugo Siegmeth hat immer wieder Kompositionen geschrieben, die eigentlich "Passacaglien" sind - und nahm hier noch einige Stücke von Ahnen und Verwandten aus anderen Sparten hinzu....
Geiger Max Grosch, Cellist Eugen Bazijan und Pianist Stefan Schmid spielen mit größtem Fingerspitzengefühl. Und Siegmeth selbst - der über einen ungemein warmen und fein schattierten Saxophon-Klang verfügt. Da jubilieren die Melodien einer Komposition von Georg Muffat (1653- 1704), da verschränken sich die Stimmen ganz sacht in der kammermusikalischen Bearbeitung der Passacaglia für großes Orchester von Anton Webern (1883-1945) - und da versetzt den Hörer eine Jazz-Passacaglia des Bandleaders in kontemplative Glückszustände. Selten hört man einen Jazz, der so feinsinnig gearbeitet ist und dabei doch so viel "Körper" hat. Hier will eine Band nicht beeindrucken, sondern Musik entdecken - und die könnte gar nicht schöner sein. "
– BR-KLASSIK


Wunderbare Zeitmaschine - „Passacaglia“: Hugo Siegmeths neue CD in erstaunlicher Besetzung D-C-Bb-A. Was mit dieser getragen absteigenden Tonfolge des Violoncellos beginnt, ist der Auftakt zu einer bislang unerhörten, absolut wunderbaren Musik, die Jahrhunderte an Zeit, an Geschichte völlig mühelos überbrückt, aufhebt, verbindet (...)
Siegmeth und Kollegen musizieren ohne jeden Taschenspielertrick, ohne doppelten Boden, mit hundertprozentiger Aufmerksamkeit und sagenhafter Sinnlichkeit in jedem Ton, und genau das sorgt neben der Genialität der Einfälle, Fortführungen, Ausdeutungen, Fantasien dafür, dass nirgends eine Trennfuge zwischen Alt und Neu, Barock und Jazz und Avantgarde zu hören oder zu spüren ist. Diese Musik hier ist als Resultat wie zum Genuss wirklich zeitlos und zeitigt als solche wiederum eine ganz eigene Wirkung - es stellt sich eine ganz eigenartige, sehr inspirierte Ruhe ein....
Auch das ist so verblüffend an dieser Scheibe: Alles ist Passacaglia, doch hier ist es voll funkelndem Witz, dort von elegischer Schönheit, da intellektuell konstruiert, dort pure Klanglust. Keine Frage: Mit "Passacaglia" ist Hugo Siegmeth eines der besten Alben des Jahres gelungen. Eine unbedingte Empfehlung!"
– CD-Besprechung OVB


"Durchschreiten der Jahrhunderte - Hugo Siegmeth mit Jazz in europäischer Tradition
Der Grenzgänge gibt es so viele heutzutage, dass einem Überblick und Schubladen fast abhanden kommen können. Das ist gut so, denn es weitet den Horizont. Welcher Jazz- Afficionado kennt schon Johann Caspar Kerll? „Ich hab von dem vorher auch nichts gewusst“, lacht Hugo Siegmeth.
Vorher, das meint vor der Beschäftigung mit einer bestimmten Form der Komposition. Als im Jahr 2011 die Anfrage der Neuburger Barockkonzerte kam, die an der Donau schon traditionelle Brücke der Art Baroque im Birdland Jazzclub zu schlagen, kam der Münchener Saxophonist und Komponist auf den Gedanken, dies mithilfe einer alten Kompositionsform zu tun, der Passacaglia...
„Ich wollte einen Ensembleklang, der mit einem Bein in der Klassik steht, der auf der anderen Seite offen ist für Jazz, Improvisation und eben das Fließen der Passacaglia.“ Ein wesentlicher Aktivposten ist dabei der Ukrainer Eugen Bazijan. „Er ist ein ausgezeichneter Cellist mit einer sehr guten klassischen Ausbildung, bringt Spielfreude mit, Schwung und auch ein gewisses Augenzwinkern. Hinzu kommen Max Grosch an der Geige und Stefan Schmid am Klavier. „Die Musiker sind sehr offen, auch Max Grosch hat eine klassische Ausbildung, spielt viel Jazz und verlangt seinem Instrument ganz neue Seiten ab. Mit Stefan Schmid arbeite ich immer wieder gern zusammen, er hat so eine verspielte Note und kann sich ganz wunderbar auf neue Ideen einlassen...
Trotz – oder mitsamt – der ungewöhnlichen Besetzung haben die Passacaglien Hugo Siegmeths einen sehr jazzigen Groove. „Darauf möchte ich auch auf keinen Fall verzichten. Es ist ja kein Geheimnis, dass es auch ohne Bass und Schlagzeug möglich ist zu grooven. Jeder, der im Jazz zu Hause ist, hat sein persönliches Gespür dafür. Das ist ja ein Wesenselement des Jazz. Andererseits wollte ich gewohnte Hörmuster und Fahrwasser vermeiden. Wichtig war mir vor allem, wohin sich der Klang entfaltet. Das ist dann der Rückweg zur Klassik, hier schließt sich der Kreis. Mir erscheint es nicht zuletzt sehr wichtig, dass sich der Jazz auch auf die europäische Musiktradition zurückbezieht.“
Das Repertoire ist entsprechend breit gefächert, spannt in schillernder Palette einen weiten musikgeschichtlichen Bogen vom Mittelalter über den Frühbarock Girolamo Frescobaldis, über Händel, Bach und Georg Muffat – „Das ist im Original mein Lieblingsstück!“ – bis zu Anton Webern und György Ligeti. „Ich fand es spannend, einen guten Querschnitt von Komponisten zu finden, freue mich aber auch an ganz besonderen Stücken, die einfach ein bisschen anders gestaltet sind, vielleicht auch Kontraste aufwerfen. Die Passacaglia ist über die Jahrhunderte hinweg relativ konsequent verwendet worden. Wir haben sie dann natürlich auch zur Grundlage eigener Stücke gemacht... "
– Portrait Jazzzeitung


„Vom Balkan verzaubert -
Größtmögliche Offenheit, maximale Transparenz! In einem Quartett ohne Harmonieinstrument lotete der Münchener Saxophonist und Klarinettist Hugo Siegmeth musikalische Freiräume aus, erfüllt mit Inspirationen vom Balkan und vom Zauber der Welt des Jazz.
Hugo Siegmeth stammt aus dem rumänischen Banat. Als die Familie nach Deutschland zog, war er gerade sechs, so dass er kein Rumänisch spricht. Trotzdem macht es ihm Freude, sich rumänische Titel für seine Kompositionen auszudenken. Siegmeth geht mit seinem frühkindlichen Migrantenschicksal offen und optimistisch um, übersetzt das, was viele als Trauma verschweigen, in kreative Energie.
Die Kompositionen nähren sich aus der rumänischen Folkore, deren Tänze und Lieder Siegmeth zum Teil unmittelbar, zum Teil als Grundlage für eigene Stücke aufgreift und in improvisatorischen Exkursen ausreizt, vom sanften, melodiösen „Neujahrslied“ bis zum wilden Ritt durch „Lumea fermecata“, die „Verzauberte Welt.
Hugo Siemeths offener, farbenreicher, kräftiger Sound, seine mal quirlige, dann wieder magisch-mystische Ruhe ausstrahlende Phrasierung rufen Bilder wach, die lange haften bleiben: Man fühlt sich mitten im Trubel, dem wilden Leben und der Ruhe nach dem Sturm in Stankutzas Hütte „La Bordei“, wo schon so mancher Haus und Hof verlor, oder im märchenhaften Sommer am „Kaul“, dem rumänischen Dorfteich. “
Dabei hat Siegmeth mit dem überaus wendigen, originellen und in spritziger Schräglage aufspielenden Nürnberger Posaunisten einen Partner von allererster Klasse. Wie sich die Instrumente der beiden Solisten reiben, ergänzen, umkreisen, voneinander abheben und zusammenfinden im Unisono, in zweistimmiger Kontrapunktik und im fordernden Call and Response, das hat Kraft, Farbe, Klasse! “
– Augsburger Allgemeine


„Der in München lebende Hugo Siegmeth stammt aus dem rumänischen Banat und nimmt in etlichen seiner Kompositionen Bezug auf die musikalischen Traditionen seiner Heimat, paart bisweilen die tänzerische Qualität und die rhythmischen Konzepte osteuropäischer Volksmusik mit der sublimen Harmonik des Modern Mainstream Jazz und schafft hier nicht nur eine sehr organische Verbindung sondern auch eine Musik, die mit vielen Klangfarben die Vorstellungswelt ihrer Hörer anzuregen vermag.“
– BR-KLASSIK


"Siegmeths technisch makelloses Saxophon bedarf keiner Geschwindigkeitsrekorde um zu essentiellen Aussagen zu kommen, findet in sorgsam ausgebautem Sound und konkretem Gestaltungswillen zu klar formulierten Positionen, die sich nirgends aggressiv aufdrängen, jedoch immer in bestechender Folgerichtigkeit fesseln."
– Jazzpodium


"Kraftvoll umbläst er die bekannten Melodien und befreit die im Hot Jazz inhaftierten Klassiker durch eine Radikalkur [...] Glückwunsch - denn so gelingt Siegmeth die Übersetzung Bechets nicht nur in den Jazz der Gegenwart, sondern zudem ein Anschluss an europäische Hörgewohnheiten, den Bechet in seinem Exil in Paris eh gesucht hat.Klang "Summertime" je schöner als in dieser transatlantischen Übersetzung?"
– Jazzthethik


"Hugo Siegmeth imponiert am Tenorsaxophon mit kantigem, erdig-warmem Sound, flüssiger Phrasierung und einem Feuer, dessen Flammen unvermittelt aus dem Dachstuhl lodern können. Auch als Komponist zeigt er Persönlichkeit. Das traumhaft visionäre "Kaul", inspiriert durch einen Weiher im heimatlichen Banat, zieht lautmalerische Kreise durch's grüne Algengebilde, die im Wasser schweben und ihre Geheimnisse nur dem entbergen, der sich mit der entsprechenden Behutsamkeit annähert -durchdachte seelenvolle Musik von hoher Reife und beeindruckender Charakterstärke."
– Neuburger Rundschau


"...mit Frage (Trompete) und Antwort (Flügelhorn) spielend realisiert Clark, die Instrumente in zwei Händen, ein typisches Terry´sches Augenzwinkern. Übrigens ist auch Hugo Siegmeth in seinem solistischen Element, wenn er in direkter Nachfolge und Anknüpfung an Terry in dessen Uptempo-Swinger "Spaceman" entspannt seine melodiösen Linien zieht."
– Jazzpodium



Da läßt er in der "Suita Romaneasca", mit der er sich auf seine rumänische Wurzeln besinnt, die Kapelle am äußersten Rand des Espressivos vibrieren, bevor er eine Kehrtwendung ins Impressionistische vollzieht. Seine Erfahrungen mit klassischen Formen und Besetzungen kommen ebenso zur Geltung wie sein farbig-melodiöses Spiel, dem er ebenso osteuropäisch-orientale Nuancen versetzt wie bluesgetränkte Fermente...
– Süddeutsche Zeitung